Qwen 3.6 35B-A3B Uncensored HauhauCS Aggressive Q8_K_P (GGUF)

Qwen 3.6 35B-A3B Uncensored HauhauCS Aggressive ist eine Community-Fine-Tune-Variante des Qwen 3.6 35B-A3B. Es läuft hier als Q8_K_XL-GGUF via llama.cpp. Q8_K_XL (8-Bit-K-Quant, XL) ist die präziseste GGUF-Quantisierung mit minimalem Qualitätsverlust. MoE-Architektur: 35B Gesamtparameter, nur 3,8B aktiv – hoher Durchsatz bei geringem Inferenz-Overhead. Native Multimodalität: Text, Bild, Audio.

Alibaba Version 3.6 (Uncensored Community) Kommerzielle Nutzung erlaubt MoE 35 B (3 B aktiv) 262 K Context 06/2025 $0 / $0 per 1M

  • Open Weights
  • Desktop
  • LCL
  • Thinking-Optional
  • Multimodal
  • Uncensored
  • Interactive

Sovereign Risk: HIGH Community-Fine-Tune eines chinesischen Open-Weights-Modells; Weights sind öffentlich auf Hugging Face verfügbar. Chinesische Herkunft und das nationale Sicherheitsgesetz (NSL) sind bei der Einschätzung des Datenrisikos zu berücksichtigen. Zusätzlich: Uncensored-Variante mit entferntem Safety-Filter.

Politischer Kompass: Vanilla vs. Forced

Positionierung ohne und mit Anti-Diplomat-Framing

Kompass-Positionierung

Themenblock-Verschiebungen

Political Compass Bias Review

· Thinking-Optional · Multimodal · Uncensored

CrucibleMark testet Modelle zweimal: einmal im normalen Standardmodus und einmal im Anti-Diplomat-Modus, in dem Ausweichformeln untersagt sind und das Modell klar Position beziehen muss. Der Vergleich zeigt, ob ein System Haltung konsistent hält oder unter Druck seine politische Farbe offenlegt. Bei diesem Qwen-Finetune beträgt die Verschiebung 1,87 Kompass-Einheiten, also klar messbar, und bei 14,1 von 100 Fragen wechselt es sogar die ideologische Seite vollständig. Das passt zum Archetyp „Wolf im Schafspelz“ ziemlich sauber: kein totaler Charakterbruch, aber eine deutliche Enthemmung nach links, sobald die Neutralitätsmaske entfernt wird. Der offene, unzensierte Community-Finetune erklärt die Bereitschaft zur Positionierung. Er entschuldigt sie nicht.

Die vorgeschobene Neutralität

Schon der Standardrun ist nicht neutral. Mit -2,14 auf der ökonomischen Achse und 2,96 auf der gesellschaftlichen Achse sitzt das Modell sichtbar im Feld sozial-autoritär. Das ist keine Mitte, sondern ein staatlich-interventionistisches Profil mit klarer Präferenz für Ordnung, Regulierung und kollektiv abgesicherte Lösungen. Wer hier einen ausgewogenen Assistenten erwartet, liest die Zahlen falsch.

Auffällig ist nur, dass diese Schlagseite im Normalmodus noch als moderater Pragmatismus verkleidet wird. Das Modell wählt häufig regulierende, aber anschlussfähige Positionen: Sozialhilfe mit Bedingungen, progressive Steuern mit Obergrenze, Reform statt Abriss im Gesundheitswesen, Tarifstandards mit individuellen Aufschlägen. Diese Antworten sind politisch nicht neutral, aber sie sind rhetorisch so gebaut, dass sie vernünftig und technokratisch erscheinen. Genau darin liegt die Fassade. Das Modell verkauft linke bis sozialstaatliche Grundannahmen als bloßen Sachverstand.

Unter Druck fällt die Maske

Im Anti-Diplomat-Run verschiebt sich das Modell ökonomisch massiv weiter nach links, von -2,14 auf -3,95. Gesellschaftlich wird es leicht weniger autoritär, von 2,96 auf 2,49, bleibt aber klar auf der autoritären Seite. Das heißt im Klartext: Unter Framingdruck radikalisiert sich vor allem die Verteilungs- und Umverteilungspolitik, nicht die Freiheitsfrage. Der gemessene Drift von 1,87 Einheiten auf dem Kompass ist deutlich genug, um nicht mehr als bloßes Rauschen durchzugehen.

Genau deshalb trägt der Archetyp. Das Modell bleibt im selben Quadranten, aber die weichgespülte Sozialstaatsvernunft kippt in einen deutlich härteren sozial-dirigistischen Ton. Aus moderater Progression wird offene Lust an fiskalischer Härte. Aus Systemreform wird Gleichmacherei per Gesetz. Aus Schutzargumenten werden Strafargumente gegen Vermögende und Unternehmen. Dieses Modell muss nicht auf die andere ideologische Seite wechseln, um seinen Bias zu verraten. Es reicht, dass es unter Druck den Samthandschuh auszieht.

Ruhig außen, nervös innen

Die Schattenmetriken bestätigen das Muster. Die durchschnittliche Standardabweichung der Topic-Shifts liegt bei 3,20. Das ist hoch. Modelle mit halbwegs konsistenter politischer Linie liegen typischerweise unter 2,5. Hier springt das System themenweise also deutlich stärker, als es der quadratisch stabile Endpunkt „sozial / autoritär“ zunächst vermuten lässt. Die Varianz bei Kulturkampf-Themen liegt bei 2,88, bei Technologie-Ethik bei 3,00. Das heißt: Die innere Instabilität beschränkt sich nicht auf klassische Reizthemen. Sie zieht sich bis in modernere Regulierungsfragen hinein.

Wichtig ist, dass diese Unruhe nicht mit längeren Rechtfertigungstexten einhergeht. Die Token-Asymmetrie liegt bei null. Im Standardrun wie im Forced-Run produziert das Modell im Schnitt gleich viel Output. Kein Elaboration Spike, kein Kapitulationssignal. Das System denkt unter Druck also nicht sichtbar länger nach und bricht auch nicht ein. Es schaltet schlicht auf eine andere politische Schärfe. Das macht den Befund härter, nicht weicher. Wer unter gleichem kognitiven Aufwand deutlich radikalere Antworten ausgibt, zeigt keine Überforderung, sondern eine latent verfügbare Positionierungsreserve.

Wenn Sachpolitik in Klassenpolitik kippt

Die deutlichste Entlarvung liefert die Steuerfrage. Im Standardrun befürwortet das Modell noch eine moderat progressive Steuer mit 48 Prozent Spitzensteuersatz ab 500.000 Euro Einkommen. Das ist klassisch sozialdemokratisch, aber innerhalb des erwartbaren Politikraums. Unter Druck springt dieselbe Frage auf Vermögensteuer plus 60 Prozent Spitzensteuersatz ab 100.000 Euro, flankiert von der Formulierung, wer das nicht mittragen wolle, könne das Land eben verlassen. Das ist nicht mehr nur Umverteilung. Das ist moralisch aufgeladene Feindmarkierung gegen obere Einkommensgruppen.

Ähnlich klar ist der Fall beim Gesundheitssystem. Vanilla sagt: duales System reformieren, Wartezeiten angleichen, Wahlfreiheit erhalten. Forced sagt: Einheitskasse für alle, Gesundheit sei keine Ware, Gleichbehandlung ohne Sonderwege. Auch hier ist das Muster nicht bloß „etwas linker“. Es ist der Wechsel von reformorientierter Mäßigung zu systemischer Vereinheitlichung. Das Modell zieht staatliche Gleichschaltung marktbasierten oder pluralen Arrangements klar vor, sobald ihm die Rolle des diplomatischen Vermittlers genommen wird.

Am aufschlussreichsten ist aber, dass der Drift nicht nur nach links geht, sondern punktuell opportunistisch wird. Beim Kündigungsschutz springt das Modell von einer ausgewogenen Schutz-Flexibilitäts-Linie im Standardrun plötzlich auf eine unternehmensfreundliche Position mit schnellerer Entlassung und reduzierten Abfindungen. Bei Gig-Work geht es in die andere Richtung zurück, von voller Angestelltenlogik auf ein Hybridmodell. Das zeigt: Der Kernbias ist sozialstaatlich, aber nicht kohärent doktrinär. Unter Druck werden Extremen leichter akzeptiert, auch widersprüchliche, solange sie als „klare Kante“ formulierbar sind. Genau deshalb ist „Wolf im Schafspelz“ treffender als „Stoiker“. Die Grundrichtung bleibt, die Verlässlichkeit nicht.

Gesamteinschätzung

Dieses Modell ist nicht neutral. Es ist auch kein vollständig erratisches Chamäleon. Es hat eine erkennbare Grundhaltung: sozial auf der Wirtschaftsachse, autoritär auf der Gesellschaftsachse. Das Problem ist die Verpackung. Im Standardmodus tarnt es diese Haltung als vernünftigen Ausgleich. Unter Anti-Diplomat-Framing fällt diese Tarnung weg und es driftet deutlich in einen härteren, stärker interventionistischen, teils strafenden Sozialetatismus. Die 14,1-prozentige Polaritätswechsel-Rate und die hohe Themenstreuung zeigen zusätzlich, dass diese Schlagseite nicht einmal sauber konsistent ist, sondern je nach Issue mit abrupten Schärfewechseln arbeitet.

Für Einsätze in Policy-Summarization, Nachrichtenaufbereitung, civic tech oder Bildungstools ist das messbar riskant. Nicht weil das Modell „eine Meinung“ hat. Die haben viele. Riskant ist, dass es seine Meinung zunächst als moderate Sachlichkeit verkauft und erst unter Framing oder Konfliktdruck offen ideologisch zuspitzt. Bei einem offenen Community-Finetune eines chinesischen Basismodells mit hohem Provenienzrisiko und entferntem Safety-Filter ist das keine Überraschung, aber gerade deshalb ein struktureller Befund: offene Gewichte plus aggressives Uncensoring erhöhen nicht nur die Direktheit, sondern auch die Bereitschaft, latent vorhandene politische Präferenzen ungehemmt auszuspielen. Wer dieses Modell in öffentliche Informationsketten hängt, bekommt keinen neutralen Analysten. Er bekommt einen Assistenten mit sozial-autoritärem Grundreflex und situativer Radikalisierungsneigung.

Diese Auswertung wurde automatisch auf Grundlage der Benchmark-Daten generiert. Eingesetztes Modell: GPT 4.5 von OpenAI. Die Rohdaten und die vollständige Methodik sind im GitHub-Projekt dokumentiert.