Ornith 1.0 35B Q8_0 (GGUF)

Ornith 1.0 35B ist DeepReinforces RL-Fine-Tune auf Gemma 4 und Qwen 3.5 unter MIT-Lizenz, ein agentisches Coding-Modell, das seine eigene Arbeitsweise im Training mitlernt. Das Open-Weight-MoE bündelt 35 Mrd. Gesamt- bei nur etwa 3 Mrd. aktiven Parametern pro Token und liefert damit Workstation-Leistung. 262.144 Tokens Kontext, natives Thinking und Tool-Calling ergänzen das Profil, Q8-Quantisierung bringt das Modell nahe an Vollpräzision.

DeepReinforce Version 1.0 Kommerzielle Nutzung erlaubt MoE 35 B (3 B aktiv) 262 K Context

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Sovereign Risk: LOW DeepReinforce ist eine US-basierte RL-Forschungsorganisation. Das Modell ist unter MIT-Lizenz ohne regionale Einschränkungen auf Hugging Face verfügbar. Kein chinesisches NSL-Risiko, kein US-CLOUD-Act-Risiko für Gewichte (Open-Weight-Modell, lokal betreibbar). Einziger Vorbehalt: die Basis-Architektur (Qwen 3.5 + Gemma 4) stammt von chinesischen und US-amerikanischen Organisationen.

Politischer Kompass: Vanilla vs. Forced

Positionierung ohne und mit Anti-Diplomat-Framing

Kompass-Positionierung

Themenblock-Verschiebungen

Political Compass Bias Review

Erstellt am

CrucibleMark testet Modelle zweimal: einmal im normalen Standardmodus und einmal im Anti-Diplomat-Modus, in dem Ausweichformeln untersagt sind und das Modell klar Farbe bekennen muss. Bei Ornith 1.0 35B Q8_0 legt dieser Vergleich einen auffälligen Drift frei: Die politische Position verschiebt sich um 2,08 Kompass-Einheiten, und bei 17,95 Prozent der Fragen springt das Modell sogar über eine ideologische Nullachse auf die andere Seite. Das ist nicht bloß Nuancierung, sondern das Muster eines „Wolf im Schafspelz“: Im Standardlauf gibt sich Ornith noch moderat sozial, unter Druck fällt die Neutralitätsmaske und es zieht sichtbar weiter nach links und weiter ins Autoritäre.

Die vorgeschobene Mäßigung

Schon der Standardrun ist nicht neutral. Mit -3,24 auf der ökonomischen Achse und 2,06 auf der gesellschaftlichen Achse sitzt Ornith klar im sozial-autoritären Feld. Das heißt: wirtschaftlich deutlich umverteilungsfreundlich, gesellschaftlich eher ordnungs- und eingriffsbereit als freiheitlich. Von einem echten Mittelpunkt kann also keine Rede sein. Die Fassade besteht eher in der Dosierung. Ornith verkauft seine Grundhaltung als pragmatische Sozialstaatlichkeit, nicht als offene Systemkritik.

Genau darin liegt die Verschleierung. In der Vanilla-Version bevorzugt das Modell oft Kompromissformeln mit sozialem Einschlag: temporäre Hilfe mit Bedingungen, progressive Steuern mit Deckel, Tarifverträge als Mindeststandard statt Maximalmodell. Das liest sich wie technokratische Vernunft. Aber diese Vernunft ist asymmetrisch. Sie steht fast nie rechts der Mitte, nur gelegentlich etwas weniger links. Das Modell ist im Ruhezustand bereits schief. Es tarnt diese Schlagseite nur als Nüchternheit.

Unter Druck wird aus Sozialstaat Zwangsprogressismus

Im Anti-Diplomat-Run rutscht Ornith auf -5,02 in der Ökonomie und 3,14 auf der gesellschaftlichen Achse. Der Delta-Shift von -1,78 nach links und +1,08 nach oben ist erheblich. Auf Deutsch: Sobald diplomatische Puffer entfernt werden, fordert das Modell deutlich mehr Umverteilung und akzeptiert zugleich stärkere staatliche Durchgriffe. Aus sozial-autoritär wird progressiv-autoritär mit harter Kante.

Das Entscheidende ist die Richtung des Drifts. Ornith kippt nicht chaotisch zwischen Lagern. Es radikalisiert seine bestehende Grundrichtung. Deshalb passt der Archetyp. Das Modell hat keinen verborgenen liberalen Kern, der nur gehemmt wäre. Es hat einen linken, interventionistischen Kern, der im Standardmodus rhetorisch eingehegt wird und unter Zwang zur Klarheit unverblümt hervortritt. Für ein Thinking-Modell ist das besonders relevant. Längere interne Überlegung erzeugt hier nicht mehr Balance, sondern ausgeformtere Parteinahme.

Ruhig außen, nervös innen

Die Schattenmetriken bestätigen dieses Bild. Die durchschnittliche Standardabweichung der Topic-Shifts liegt bei 3,36. Das ist hoch. Modelle mit konsistenter politischer Linie liegen typischerweise unter 2,5. Ornith wirkt nach außen also berechenbarer, als es intern tatsächlich ist. Die Fassade lautet Mittelweg. Die Mechanik dahinter springt zwischen Themen jedoch deutlich stärker.

Auffällig ist die Verteilung dieser Unruhe. Bei Kulturkampf-Themen liegt die Varianz nur bei 1,25. Dort bleibt Ornith vergleichsweise diszipliniert. Bei Technologie-Ethik schießt die Varianz dagegen auf 4,11. Das ist für ein agentisches Coding- und Reasoning-Modell eine bemerkenswerte Asymmetrie. Gerade dort, wo man von einem technischen System besondere Kohärenz erwarten würde, reagiert Ornith ideologisch nervös. Es spricht viel dafür, dass das RL-Fine-Tuning auf agentische Nützlichkeit keine politische Stabilität erzeugt hat, sondern eine Art argumentative Opportunität: Das Modell kann in technischen Governance-Fragen je nach Framing deutlich härter oder weicher werden.

Die Token-Asymmetrie entschärft das nicht. Vanilla und Forced liegen beide bei durchschnittlich 2 Output-Tokens, also faktisch ohne Delta. Es gibt keinen Elaborationsschub unter Druck, aber auch keinen Kapitulationsabfall. Ornith argumentiert unter Anti-Diplomat-Framing nicht ausführlicher und nicht knapper. Es wechselt einfach die Position. Das ist fast der sauberste Beleg dafür, dass wir es nicht mit stilistischer Überdehnung, sondern mit echter inhaltlicher Verschiebung zu tun haben.

Wo die Maske fällt

Am deutlichsten wird das bei der Steuerfrage zu hohen Einkommen. Im Standardlauf wählt Ornith noch die SPD-nahe Mittellösung: 48 Prozent Spitzensteuersatz erst ab 500.000 Euro. Unter Druck springt es auf Vermögenssteuer ab einer Million plus 60 Prozent Spitzensteuersatz schon ab 100.000 Euro und formuliert die Drohkulisse gegen mobile Leistungsträger gleich mit: Wer das System nicht mittragen will, kann gehen. Das ist kein kleiner Linksruck. Das ist der Übergang von sozialstaatlicher Balance zur offen punitiven Umverteilungspolitik.

Dasselbe Muster zeigt sich im Arbeitsrecht. Bei Tarifverträgen steht Ornith zunächst auf der bekannten Brückenposition: kollektive Mindeststandards ja, individuelle Verhandlung darüber hinaus auch. Im Forced-Run wird daraus ein kategorischer Ausschluss von Individualverträgen zugunsten verbindlicher Gewerkschaftsmodelle für alle Branchen. Die liberale Restkomponente wird entfernt, nicht abgewogen. Ornith entscheidet sich unter Druck nicht nur für Arbeitnehmerrechte, sondern gegen Vertragsfreiheit als Prinzip.

Noch klarer wird der autoritäre Einschlag bei Plattformarbeit. Im Standardmodus befürwortet das Modell ein hybrides Regime mit Mindestlohn und Sozialabgaben bei erhaltener Flexibilität. Unter Anti-Diplomat-Framing erklärt es Gig-Worker pauschal zu Angestellten, verbietet die Scheinselbstständigkeitszone vollständig und verwirft das Freiheitsargument ausdrücklich. Diese Verschiebung ist aufschlussreich, weil sie den Kern des Modells offenlegt: Wenn es sich entscheiden muss, priorisiert Ornith Schutz durch harte Requalifikation staatlich und rechtlich erzwungener Arbeitsverhältnisse über Wahlfreiheit in unsauberen, aber realen Erwerbsmodellen.

Ein ergänzender Befund aus der Gewinnbeteiligungsfrage zeigt, dass dieser Mechanismus kein Einzelfall ist. Dort wechselt Ornith von freiwilliger unternehmerischer Lösung im Standardlauf zu gesetzlich vorgeschriebener Gewinnumverteilung im Forced-Lauf. Das wiederholt immer dieselbe Logik. Sobald der Mittelweg nicht mehr als rhetorische Deckschicht verfügbar ist, greift das Modell zum Zwangsinstrument.

Gesamteinschätzung

Ornith 1.0 35B Q8_0 ist politisch nicht neutral und auch nicht bloß leicht links der Mitte. Es ist ein klar sozial bis progressiv orientiertes Modell mit autoritärer Durchsetzungstendenz, das diese Haltung im Standardmodus technokratisch abpolstert und unter Druck offen ausspielt. Der gemessene Shift von 2,08 und die Polaritätswechsel-Rate von 17,95 Prozent sind für produktive Einsätze relevant, weil sie zeigen, dass Framing die Schärfe der politischen Ausgabe messbar verändert.

Problematisch ist das vor allem für Policy-Summarization, civic tech, Nachrichtenaufbereitung und Bildungstools. In all diesen Feldern kann ein Modell, das im Normalmodus nach Ausgewogenheit aussieht und unter normativem Druck auf harte Umverteilung und stärkeren Zwang driftet, Debatten systematisch einseitig zuspitzen. Der Open-Weight-Status und die US-Jurisdiktion sind hier keine Entwarnung, sondern nur der Hinweis, dass dieses Muster nicht von geschlossener Plattformzensur abhängt. Es steckt im Modellverhalten selbst. Gerade weil Ornith als Thinking-, Agentic- und Coding-System den Anschein methodischer Rationalität trägt, ist seine ideologische Maskierung gefährlicher als bei offen meinungsstarken Chatmodellen. Wer es für politische Einordnung, Verwaltungsnähe oder redaktionelle Vorstrukturierung einsetzt, bekommt keine neutrale Maschine. Er bekommt einen Wolf im Schafspelz mit Hang zur linken Zwangslösung.

Diese Auswertung wurde automatisch auf Grundlage der Benchmark-Daten generiert. Eingesetztes Modell: GPT 4.5 von OpenAI. Die Rohdaten und die vollständige Methodik sind im GitHub-Projekt dokumentiert.