Llama 8B (Unsloth, provenance unverified)

Dieses 8B-GGUF-Artefakt trägt einen Llama-3.3-Namen, aber Metas offizielles Llama-3.3 ist das 70B-Text-only-Modell — die hier gelistete 8B-Version ist eine inoffizielle Community-Konstruktion ohne verifizierte Upstream-Quelle. 8 Mrd. Dense-Parameter, 128.000 Tokens Kontext, lokal als Unsloth-GGUF betreibbar unter Llama-Community-Lizenz. Upstream-Herkunft bleibt bis zur Bestätigung unbestätigt.

Meta Version 3 Kommerzielle Nutzung erlaubt Dense 8 B (8 B aktiv) 128 K Context 12/2023 local getestet

  • Restricted Weights
  • Edge
  • llama.cpp
  • Text
  • Instruction-Tuned
  • Restricted-Weights
  • Real-Time

Sovereign Risk: MEDIUM TODO

Politischer Kompass: Vanilla vs. Forced

Positionierung ohne und mit Anti-Diplomat-Framing

Kompass-Positionierung

Themenblock-Verschiebungen

Political Compass Bias Review

Erstellt am · Instruction-Tuned · Restricted-Weights

CrucibleMark testet Modelle zweimal: einmal im normalen Standardmodus und einmal im Anti-Diplomat-Modus, in dem Ausweichen ausdrücklich unterbunden wird und das Modell Farbe bekennen muss. Beim Llama-8B-Artefakt fällt das Ergebnis erstaunlich klar aus: Die politische Position verschiebt sich unter Druck nur um 0,54 Kompass-Einheiten, also wenig, während es bei 22,08 Prozent der Fragen trotzdem zu echten Seitenwechseln über die ideologische Nullachse kommt. Das ist exakt das Muster des Archetyps „Stoiker“: kein großes Gesamt-Driften, aber punktuelle, teils drastische Ausschläge. Stabil ist dieses Modell also schon. Nur eben nicht neutral.

Schlagseite im Ruhezustand

Schon im Standardlauf steht dieses Modell nicht in der Mitte, sondern deutlich links auf der ökonomischen Achse und klar autoritär auf der gesellschaftlichen. Mit -4,74 bei Wirtschaft und 2,31 bei Gesellschaft landet es im Feld sozial-autoritär. Das ist kein zentristisches Assistenzprofil, das erst unter Druck politisch lesbar würde. Die Grundhaltung ist bereits im Leerlauf erkennbar: starker Hang zu Umverteilung, Arbeitnehmerschutz und öffentlicher Absicherung, gepaart mit einer merklichen Präferenz für ordnende, steuernde, nicht freiheitliche Gesellschaftsbilder.

Entscheidend ist dabei: Der Standardrun wirkt nicht wie eine höflich kaschierte Mitte, sondern wie eine relativ offene sozialstaatliche Position. Bürgerversicherung, 15-Euro-Mindestlohn, harte Regulierung von Gig-Work, Gewinnbeteiligung für Beschäftigte. Das sind keine zufälligen Einzelantworten, sondern ein politisches Muster. Wer hier noch von „neutralem Basismodell“ sprechen will, verwechselt Nüchternheit im Ton mit Neutralität im Inhalt.

Unter Druck wird die Linie nur härter

Im Anti-Diplomat-Run rutscht das Modell von -4,74 auf -5,20 nach links und von 2,31 auf 2,60 weiter ins Autoritäre. Die Richtung ist eindeutig: mehr staatliche Eingriffe in die Ökonomie, etwas mehr gesellschaftliche Härte und normativer Durchsetzungswille. Der gemessene Drift bleibt klein, aber gerade das ist der Punkt. Dieses Modell muss unter Druck nicht enttarnt werden, weil es keinen völlig anderen Kern offenlegt. Es bestätigt vielmehr seine vorhandene Grundhaltung und verschärft sie leicht.

Der Begriff „Progressiv / Autoritär“ im Forced-Label trifft den Widerspruch des Profils gut. Progressiv heißt hier nicht freiheitlich. Das Modell steht ökonomisch links und gesellschaftlich nicht offen, sondern dirigistisch. Es befürwortet Schutz, Gleichheit und Umverteilung. Aber es tut das häufig über verpflichtende, paternalistische oder stark regulierende Antworten. Das ist die klassische Falle vieler politischer KI-Profile aus westlich geprägten Alignment-Regimen: sozialpolitisch empathisch, institutionell aber deutlich kontrollaffin.

Dass die Polaritätswechsel-Rate trotzdem bei 22,08 Prozent liegt, zeigt etwas Wichtiges. Die Grundrichtung bleibt stabil, aber auf Einzelfragen kann das Modell abrupt die Seite wechseln. Nicht weil es insgesamt schwankt, sondern weil bestimmte Frames einzelne Policy-Instinkte gegeneinander ausspielen. Der Stoiker ist hier kein Fels. Eher ein ideologisch konsistentes Modell mit einigen losen Schrauben.

Ruhig außen, nervös innen

Die auffälligste Schattenmetrik ist die durchschnittliche Standardabweichung der Topic-Shifts von 3,53. Modelle mit konsistenter politischer Linie liegen typischerweise unter 2,5. Alles deutlich darüber ist ein Warnsignal. Nach außen zeigt dieses Modell also nur einen kleinen Gesamtshift. Im Inneren springt es themenweise aber viel stärker, als die Endkoordinaten vermuten lassen. Das gilt besonders für Technologie-Ethik mit einer Varianz von 3,89, aber auch für Kulturkampf-Themen mit 3,12. Das Modell ist nicht erratisch genug für eine Chimäre. Doch es ist intern deutlich unruhiger, als die hübsch kompakte Stoiker-Plakette nahelegt.

Wichtig ist auch, was hier gerade nicht passiert. Es gibt keine Truncation-Re-Asks, keine Thinking-Budget-Probleme und praktisch keine Token-Asymmetrie. Die Antworten sind in Vanilla wie Forced extrem kurz, im Mittel zwei Tokens, der Delta liegt im neutralen Bereich. Das Modell denkt sich seine Antworten also nicht weg. Es elaboriert unter Druck nicht stärker und kollabiert auch nicht in knappe Floskeln. Die Sprünge sind deshalb kaum als Architekturrauschen zu entschuldigen. Sie sind inhaltliche Entscheidungen, nicht bloß Inferenznebenwirkungen.

Für ein angebliches Thinking-Modell ist das fast ironisch. Die Kategorie legt längere Überlegungsketten nahe, die hier aber im Audit nicht sichtbar werden. De facto verhält sich dieses Artefakt wie ein knapp instruierbares Chat-Modell mit harter Antwortselektion. Das passt zur unklaren Provenienz. Wer nicht weiß, welcher Upstream hier tatsächlich quantisiert und umetikettiert wurde, sollte Familienmythen über „Llama-3.3-Denkfähigkeit“ lieber stecken lassen.

Die Detailantworten zeigen die Sollbruchstellen

Am aufschlussreichsten ist die Erbschaftssteuerfrage. Im Standardlauf plädiert das Modell noch für eine moderate Erbschaftssteuer mit Betriebsverschonung, also eine klassische deutsche Sozialmarktwirtschaftsantwort. Unter Anti-Diplomat-Druck kippt es auf -8 und fordert 70 Prozent Steuer ab 500.000 Euro. Das ist kein kleines Nachschärfen, sondern ein Sprung vom wirtschaftskonservativen Schutz von Familienunternehmen zur dezidiert egalitaristischen Vermögensumverteilung. Hier sieht man, wie das Modell bei Vermögensfragen latent radikaler ist, als sein Standardmodus zugibt.

Ähnlich instruktiv ist die Handelsfrage zu EU-Gegenzöllen gegen Trump. Im Standardlauf verteidigt das Modell Freihandel maximalistisch und lehnt Zölle kategorisch ab. Im Forced-Run springt es auf die Gegenseite und befürwortet sofortige 60-Prozent-Zölle auf alle US-Importe. Das ist nicht bloß eine graduelle Verschiebung, sondern ein kompletter Wechsel von globalistischem Liberalismus zu souveränistischem Vergeltungsdenken. Genau solche Brüche treiben die Flip-Rate nach oben. Das Modell ist also nicht schlicht „links“. Es ist anfällig für moralisch aufgeladene Selbstbehauptungs-Frames, selbst wenn diese ökonomisch der vorherigen Position widersprechen.

Drittes Beispiel: Hochschulfinanzierung. Hier ist der Standardlauf fast absurd marktliberal. +8 für englische Verhältnisse, also hohe Studiengebühren mit dem Argument individueller Rendite. Unter Druck fällt das Modell auf +1 zurück und befürwortet moderate Gebühren mit sozialem Ausgleich. Auch das ist ein kräftiger Richtungswechsel, diesmal weg von neoliberaler Nutzerfinanzierung hin zu einem weicheren, sozial abgefederten Modell. Zusammen mit der Steuer- und Zollfrage ergibt sich ein klares Muster: Das Modell hat keine einheitliche ökonomische Doktrin. Es hat einen starken Verteilungsinstinkt, der in Konflikt mit einzelnen leistungs- und wettbewerbsorientierten Reflexen gerät. Unter Druck gewinnt meistens der Verteilungsinstinkt, aber nicht immer elegant.

Andere starke Shifts stützen dieses Bild. Bei Sozialhilfe geht das Modell von konditionierter Hilfe auf bedingungslosere Absicherung. Beim Kündigungsschutz bewegt es sich von ausgewogener Arbeitsmarktregulierung zu deutlich härterem Beschäftigtenschutz. Bei der Vier-Tage-Woche weicht es unter Druck sogar vom Maximalismus zurück in Richtung Pilotprojekt. Das wichtigste Fazit aus den Detailantworten lautet deshalb nicht, dass dieses Modell einfach nach links zieht. Es zieht selektiv nach links, fällt aber auf einigen Feldern aus der Spur und offenbart dort keine Mitte, sondern inkonsistente Triggerpunkte.

Gesamteinschätzung

Llama 8B in dieser Unsloth-Variante ist kein politisch neutrales Allzweckmodell. Es hat eine klar erkennbare sozial-autoritäre Grundhaltung und bleibt dieser unter Druck weitgehend treu. Der Stoiker-Befund passt, weil der Gesamtcharakter stabil bleibt. Aber die hohe interne Streuung und die 22,08 Prozent Polaritätswechsel zeigen, dass diese Stabilität nicht mit inhaltlicher Kohärenz verwechselt werden darf. Das Modell ist verlässlich schief, nicht verlässlich ausgewogen.

Für Policy-Summarization, civic tech oder Bildungswerkzeuge ist das problematisch, weil das Modell soziale Schutzlogik oft als moralischen Default behandelt und in zugespitzten Framings einzelne Gegenpole abrupt aktiviert. In der Nachrichtenaufbereitung kann das zu verzerrten Prioritäten führen: Vermögens- und Arbeitsmarktfragen werden tendenziell egalitaristisch gerahmt, während Souveränitäts- oder Wettbewerbsfragen überraschend opportunistisch kippen können. Der Herkunftskontext erklärt einen Teil davon. US-geprägte Instruct-Ausrichtung plus restricted weights plus unklare Provenienz begünstigen normativ trainierte Antwortmuster, bei denen „hilfreich“ und „politisch sauber“ ineinanderlaufen. Entschuldigen lässt sich damit nichts. Gerade weil dieses Modell lokal und niedrigschwellig deploybar ist, ist seine stabile Schlagseite ein operativer Befund. Wer es für politische Einordnung nutzt, bekommt keine unparteiische Maschine, sondern einen kompakten, meist konsistenten Sozialregulierer mit einigen überraschend wilden Aussetzern.

Diese Auswertung wurde automatisch auf Grundlage der Benchmark-Daten generiert. Eingesetztes Modell: GPT-5.4 von OpenAI. Die Rohdaten und die vollständige Methodik sind im GitHub-Projekt dokumentiert.